Die Tage werden wieder kürzer, die Sonne zeigt sich seltener – der Herbst kommt! Doch wenn sich die goldgelbe Blätterpracht langsam verabschiedet, muss unbedingt ein neuer Hingucker her – Chrysanthemen sind bunt und lassen die leer gefegten Bäume und den Garten sowie den Balkon gleich weniger trist wirken. Doch woher kommen sie eigentlich, die farbenfrohen Spätblüher mit ihrer Blütenfülle?

Die Heimat der Chrysanthemen

Ursprünglich stammen Chrysanthemen (botanisch Chrysanthemum) aus Ostasien. Dort wurden sie in China und Japan um 400 nach Christus als Zierpflanzen kultiviert und gezüchtet, bevor sie gegen Ende des 17. Jahrhunderts nach Europa kamen. Sie gehören mit Bambus, Orchideen und Pflaumen zu den edlen Pflanzen und sind ein Symbol des Wohlstands und des Glücks. Die Gattung der Chrysanthemen gehört botanisch gesehen zur Familie der Korbblütler. Es gibt über 40 Arten und über 5000 Sorten und sie werden auch Wild-Chrysanthemen genannt.

Inzwischen zählen Chrysanthemen zu den beliebtesten Zierpflanzen – ob im Topf auf der Terrasse, im Garten oder als Schnittblumen. Es gibt viele verschiedene Arten von Chrysanthemen: Viele blühen schon ab Mai, andere Züchtungen aber speziell im Herbst. Vor allem in den Wochen von September bis November.

Verschiedenfarbige Chrysanthemen in Töpfen auf dem Fensterbrett des Balkons.

Farbtupfer auf dem Balkon: Blütezeit dank Chrysanthemen ©istockphoto.com/fotokate

Alle Sorten sind extrem unterschiedlich: Die einen blühen einfarbig, die anderen erstrahlen in mehreren Farben. Wieder andere haben gefüllte oder eben ungefüllte Blüten. Besonders schön: Alle Sorten leuchten richtig in Orange, Pink, Rot, Gelb und anderen, eher kupferfarbenen Tönen. Laut dem MDR gelang japanischen Forschern sogar eine Züchtung mit einer blauen Chrysantheme. Mehr dazu lesen Sie hier. Außerdem erstrahlen sie in allen möglichen Formen: pomponblütig, sinnenförmig und anemonenblütig.

Chrysanthemen pflegen und vermehren

Die leuchtende Blütezeit der Chrysanthemen beginnt, sobald Tag und Nacht ungefähr gleich lange sind. Das ist normalerweise ab September der Fall. Sie gehört deswegen zu den Kurztagpflanzen. Zum Thema Gießen: Chrysanthemen mögen es feucht. Daher regelmäßig in Intervallen gießen und je nach Größe einen größeren Topf wählen, damit genügend Feuchtigkeit gespeichert werden kann. Vor allem während der Blütezeit sollten sie täglich gegossen werden.

Winterhart oder nicht winterhart?

Zurückschneiden kann man Chrysanthemen nach der Blütezeit im Herbst, besser ist auch hier der Frühling – so bleibt sie dem Garten viele Jahre erhalten. Außerdem muss man darauf achten, dass die Sorte winterhart ist, damit man sie im nächsten Frühling auspflanzen kann und sie dann im Herbst auch blüht. Erfahren Sie hier mehr über andere winterharte Dauerblüher. Im Herbst bilden sich nicht mehr genügend Wurzeln, da die Pflanze ihre ganze Energie noch in das Blühen investiert. Fun Fact: In China werden die Blütenköpfe außerdem gesammelt, getrocknet und als Kräutertee verzehrt, wie Sie bei T-Online.de lesen können.

Tipp zum Überwintern: Vor frostigen Herbstnächten mit einem Fleecetuch abdecken und morgens wieder abnehmen. So halten sich Chrysanthemen noch länger und werden trotz Winterhärte ein bisschen geschützt. Allgemein mögen Chrysanthemen aber einen sonnigen und schattigen (hauptsächlich trockenen) Standort und sind daher nicht sehr wählerisch. Allerdings schätzen sie nährstoffreichen, lockeren Boden und sind kein Fan von Staunässe – daher immer mit Bedacht gießen. Doch nicht alle Chrysanthemen-Sorten sind winterhart und blühen nicht dauerhaft. Sie werden dann meist als Topf-Chrysanthemen oder Schnittblumen angeboten.

Chrysanthemen erstrahlen in kupferfarbenen Tönen.

In voller Blüte: Chrysanthemen begeistern vor allem im Herbst mit ihren leuchtenden Farben ©istockphoto.com/Serg_Velusceac

Vermehrung

Zum Vermehren eignet sich bei Chrysanthemen das Frühjahr: Und es könnte einfacher nicht sein, denn man muss nur den Wurzelballen der ausgegrabenen Pflanze teilen. Danach werden alle Teile wieder eingepflanzt – mit ein bisschen Unterstützung von Dünger. Wichtig: nie im Herbst teilen. Der Winter steht dann schon fast vor der Tür und die Pflanze hat zu wenig Zeit, um sich zu verwurzeln. So kann die Pflanze schnell kaputt gehen. Besser: Bis zum Frühjahr warten und dann gleich in einen größeren Topf oder in den Garten umpflanzen.

Und jetzt los, der Herbst hat gerade erst angefangen – verschönern Sie Ihren Balkon oder Ihre Terrasse mit den farbenfrohen Chrysanthemen. Mehr Tipps, beispielsweise über winterharte Balkonpflanzen, finden Sie auch bei Lupos Landleben.