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Gartenpflanzen

Der Garten ist der letzte Luxus unserer Tage, denn er erfordert das, was in unserer Gesellschaft am kostbarsten ist – Zeit, Zuwendung und Raum. Mit den Worten des Schweizer Landschaftsarchitekten, Prof. Dr. Ing. Dieter Kienast, willkommen zu Lupos-Gartenpflanzen-Übersicht!

Gartenpflanzen

Gartenpflanzen Mischkultur©iStock.com/topdeq

Gartenpflanzen: ein erster Überblick

In unseren Breitengraden sind vor allem Mischgärten – Gärten, die nützliche und dekorative Gartenpflanzen vereinen – anzutreffen. Nicht selten teilen sich die Nutz- und Zierpflanzen sogar ein gemeinsames Beet. Immerhin kann die richtige Kombination das Wachstum fördern und Schädlinge fernhalten. So lohnt sich für gesunde Rosen zum Beispiel Lavendel als Nachbar. Erdbeeren vertragen sich besonders gut mit Kopfsalat und Tomaten schätzen die Gesellschaft von Sellerie – doch dazu später mehr.

Die Studie des BDG aus den Jahren 2003 bis 2008 ergab, dass die Bepflanzung typischer Nutzgärten artenreicher ausfällt als die städtischer Parks. Von den insgesamt 2094 Kulturpflanzenarten waren: 86 Prozent Zierpflanzen, 12 Prozent Nahrungspflanzen und 2 Prozent Gründüngung oder Bienenweidepflanzen.

Platz 1 belegte die Ringelblume (Calendula officinalis). Platz 2 und 3 gingen an die Nutzpflanzen Petersilie und Tomate.

Doch nicht nur die bekannten Nutz- und Zierpflanzen stehen hoch im Kurs. Auch exotische Gewächse gewinnen immer mehr Zuspruch. So zum Beispiel asiatische Gartenpflanzen – vor allem für diejenigen interessant, die einen Japanischen Garten anlegen möchten.

Das Gartenpflanzen 1×1: Was blüht wann?

  • Februar: Schneeglöckchen, Krokusse und der Winterling
  • März: Scilla, Puschkina, Schneestolz und der Märzenbecher
  • April: Gemswurz, Tränendes Herz, Schleifenblume und Traubenhyazinthe
  • Mai: Maiglöckchen, Rittersporn und Zwergherzblume. Rosen blühen bis Oktober
  • Juni: Gartenmohn, Päonien, Lupinen, Phlox, Zier-Minzen, Lavendel, Salbei & Löwenmäulchen
  • Juli: Sonnenhut, Hilianthus, Hortensien und Sommerflieder. Auch Ringelblumen blühen im Juli
  • August: Eisenhut, Taglilien, Perlkörbchen, Mädchenauge, Sonnenbraut, Sonnenhut, & Dahlien
  • September / Oktober: Astern, Goldrute, Herbstanemone, Fetthenne, Rittersporn & Fackellilie
  • November und Dezember blühen nur wenige Gartenpflanzen, eine davon ist die Christrose

Basis Gartenpflanzen

Bevor exotische Gartenpflanzen Einzug halten, heißt es die Basis mit Stauden und Bondeckern kreieren ©iStock.com/Elenathewise

Basis Gartenpflanzen: Stauden und Bodendecker

Blume, Farn, Gemüse, Teich- und Kletterpflanze: Der Begriff “Staude” stammt nicht aus der Botanik und vereint die unterschiedlichsten Gartenpflanzen. Er meint mehrjährige ausdauernde Gewächse, deren oberirdische Pflanzenteile im Gegensatz zu Bäumen und Sträuchern nicht verholzen. Zum Ende der Vegetationsperiode stirbt der oberirdische Pflanzenteil einer Staude ab oder bildet sich stark zurück (einige immergrüne, bodendeckende Exemplare ausgenommen). Im Frühjahr treiben die Ausläufer der krautigen Gartenpflanzen aus einem unterirdischen Wurzelstock, einer Rübe oder einem Rhizom erneut aus.

Stauden spielen bei der Gestaltung des Gartens eine wichtige Rolle und sind vor allem für diejenigen interessant, die einen Steingarten anlegen wollen. In unseren Gärten finden vor allem spezielle Züchtungen Verwendung, die in Robustheit und Langlebigkeit die Wildformen meist übertreffen.

Bodendecker bezeichnen Pflanzen, die sich flächenfüllend über das Erdreich erstrecken. Diese werden in zwei Kategorien eingeteilt: Sträucher – diese besitzen verholzte Teile – und Stauden – diese überwintern im Boden und treiben im Frühjahr, wie oben bereits beschrieben, neu aus. Augrund ihrer geringen Ansprüche an die Umgebung eignen sich die breitwachsenden Pflanzen hervorragend zur Begrünung verschiedener Flächen. Richtig gewählt, können Bodendecker auch “schwierigere” Bereiche des Gartens wie Böschungen mit Leben erfüllen.

Sie bilden rund ums Jahr geschlossene grüne oder zeitweise blühende Pflanzendecken und schützen den Boden vor Erosion. Sparen zusätzlich viel Zeit bei der Pflege ein, da häufiges Gießen entfällt (Wasser verdunstet weniger schnell) und Unkraut meist keine Chance hat. Aus diesem Grund kommen Bodendecker auch gerne bei der Grabgestaltung zum Einsatz.

Zier- und Obstgehölze: der Rahmen unserer Gärten

Bambus, Feuerdorn, Lavendelheide oder Zypresse: der Begriff “Ziergehölze” vereint Gartenpflanzen unterschiedlichster Größen, Formen und Farben. Ob Laub- oder Nadelgehölze, sie bilden die Basis europäischer Gärten und beleben diese, wenn andere Pflanzen Winterruhe halten. Zu den beliebtesten Ziergehölzen zählen unter anderem:

Gartenpflanzen - BuchsbaumDer Gewöhnliche Buchsbaum (Buxus sempervirens), auch Buchsbaum oder Buchs genannt, ist in Europa und dem Nahen Osten beheimatet. Er zählt zu den immergrünen Gartenpflanzen – behält sein Laub also auch im Winter – und spielt eine wichtige Rolle in der Gartenkunst. Mehr zum Buchsbaum

Gartenpflanze - AhornDer Japanische Ahorn (Acer japonicum) gehört zur Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae) und ist auf den Inseln Hokkaido und Honshū beheimatet. Der facettenreiche Laubbaum zeigt sich im Herbst von seiner schönsten Seite, hat aber auch im Frühjahr und Sommer optisch einiges zu bieten. Weiter lesen: Japanischer Ahorn

Kernobst, Steinobst, Beerenobst: Obstgehölze vereinen kultivierte oder wildwachsende Holzgewächse, die verzehrgeeignetes Obst bieten. Besonders beliebt sind Apfel- und Kirschbäume. Diese erweisen sich relativ anspruchslos und anpassungsfähig.

Für kleinere Gärten und Terrassen eignet sich sogenanntes Säulenobst. Dieses wird häufig in Kübeln gezogen und bietet auf wenig Platz viel Ertrag. Ein großer Vorteil, die Pflanzen können in den Wintermonaten bequem an geschützte, sonnige Standorte übersiedelt werden.

Kletterpflanzen: Gartenpflanzen für dekorative Fassaden

Beim Klang des Wortes Kletterpflanzen denken viele sofort an Efeu oder Kletterrosen. Dabei bezeichnet dieser Begriff die unterschiedlichsten Gewächse, die eins gemeinsam haben: sie entwickeln eine Klettertechnik, um eine optimale Ausrichtung ihres Blattwerkes zum Sonnenlicht zu erhalten, ohne selbst tragende Stämme oder Stängel zu bilden. Kletterpflanzen können ein- bis mehrjährige (ausdauernde), krautige oder verholzende Gartenpflanzen sein (verholzende Kletterpflanzen werden auch als Lianen bezeichnet). Sie können sich nicht selbst tragen und finden an anderen Gartenpflanzen, Felsen oder Klettergerüsten Halt. Dabei werden grundsätzlich zwei Arten unterschieden. Sogenannte Selbstklimmer – diese können Mauern oder Stämme direkt und ohne fremde Hilfe bewachsen – und Gerüstkletterer – diese sind auf Kletterhilfen angewiesen.

Nützliche Gartenpflanzen

©iStock.com/monticelllo

Nutzpflanzen: von Aubergine zur Zucchini

Nutzpflanzen sind wildwachsende oder kultivierte Pflanzen, die als Genuss- und Nahrungsmittel, Heilpflanze und Viehfutter Verwendung finden. Für europäische Kleingärten sind vor allem einheimische Gemüsesorten und Gewürze interessant. Zu den beliebtesten zählen, wie oben bereits erwähnt, Petersilie und Tomaten.

Gemüseanbau, aber bitte für Anfänger

Ein Garten erfordert Zeit und Zuwendung: wer eigenes Gemüse ernten möchte, sollte dies nicht unterschätzen! Doch natürlich gibt es pflegeleichtere Gartenpflanzen, die sich auch bei Neulingen mit reichem Ertrag erkenntlich zeigen können. Generell gilt: große, schnell wachsende Gartenpflanzen sind weniger anspruchsvoll als kleine, langsam wachsende. Für unerfahrene Gärtner empfiehlt sich zum Beispiel der Anbau von Zucchini und Kürbis.

Allerdings sollte eins nicht außeracht gelassen werden: Boden, Klima und Lage des Gartens entscheiden, welche Nutzpflanzen auch tatsächlich gut gedeihen. Bei ungünstigen Verhältnissen kann auch eine vermeintlich dankbare Gartenpflanze viel abverlangen. Welches Gemüse geeignet ist, verrät nicht selten der Garten des Nachbarn – ein Blick kann sich lohnen.

Pflegeleichtes Gemüse: Erbse, Knoblauch, Kürbis, Mangold, Möhre, Pflücksalat, Radieschen, Zucchini, Zuckermais und Zwiebel

KnoblauchDer gewöhnliche Knoblauch ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die zur Gattung Lauch (Allium) gerhört. Das vergleichsweise pflegeleichte Gewächs findet in fast allen Kulturen und Küchen Anwendung und wird nicht nur als Gewürz sehr geschätzt. Mehr lesen: Knoblauch

Mischkultur: auf eine gute Nachbarschaft!

Die Mischkultur, seltener auch Mischanbau, bezeichnet einen parallelen Anbau mehrerer Pflanzenarten auf gleicher Fläche. Eine gelungene Nachbarschaft soll und kann die Defizite einer Monokultur überwinden. Das Prinzip ist dabei relativ simpel: Die Gartenpflanzen einer Mischkultur entnehmen dem Boden unterschiedliche Nährstoffmengen und geben verschiedene Substanzen aus ihrem Stoffwechsel ab. Die Umsetzung fällt dafür komplizierter aus. Zunächst muss ein geeigneter Partner gefunden werden. Dann sollte auch die Fruchtfolge stimmen, damit Nährstoffe optimal genutzt werden und eine einseitige Ausnutzung des Bodens ausbleibt. Das heißt: Gartenpflanzen derselben Familie sollten nicht nacheinander angebaut werden – auf Kohl sollte zum Beispiel kein Kohlrabi folgen.

Gartenpflanze passend ✔ unpassend ✘
Aubergine Weiße Bohnen Paprika, Tomaten
Blumenkohl Buschbohnen, Erbsen, Sellerie Knoblauch, Zwiebeln
Dill Erbsen, Möhren, Gurken, Kohlarten, Rote Bete, Salat, Zwiebel
Erbsen Dill, Fenchel, Gurken, Kohlarten, Kohlrabi, Kopfsalat, Mais, Möhren, Radieschen, Rettich, Sellerie, Spinat, Zucchini Bohnen, Kartoffeln, Knoblauch, Porree, Tomaten, Zwiebel
Erdbeeren Buschbohnen, Knoblauch, Kopfsalat, Porree, Radieschen, Ringelblume, Spinat Kohlarten
Feldsalat Erdbeeren, Radieschen
Gurken Basilikum, Bohnen, Dill, Erbsen, Fenchel, Kohlarten, Kopfsalat, Kümmel, Mais, Porree, Rote Bete, Sellerie, Zwiebeln Tomaten, Kartoffeln, Radieschen, Rettich
Kartoffeln Buschbohnen, Kapuzinerkresse, Kohlrabi, Kümmel, Mais, Meerrettich, Pfefferminze, Spinat, Erbsen, Gurken, Kürbis, Rote Bete, Sellerie, Sonnenblume, Tomaten, Zwiebel
Knoblauch Erdbeeren, Gurken, Himbeeren, Lilien, Möhren, Rosen, Rote Bete, Tomaten Erbsen, Buschbohnen, Kohlarten, Stangenbohne
Kohlrabi Bohnen, Borretsch, Dill, Erbsen, Erdbeeren, Gurken, Fenchel, Kartoffeln, Porree, Radieschen, Rote Bete, Salat, Schwarzwurzel, Sellerie, Spargel, Spinat Kohl, Fenchel
Möhren Dill, Erbsen, Knoblauch, Porree, Radieschen, Rettich, Salat, Schwarzwurzeln, Spinat, Tomaten, Zwiebeln Rote Bete, Pfefferminze
Paprika Kohlarten, Möhren, Tomaten Erbsen, Fenchel, Rote Bete
Petersilie Gurken, Radieschen, Tomaten, Zwiebeln Salatarten
Radieschen Bohnen, Erbsen, Kapuzinerkresse, Kohl, Mangold, Möhren, Petersilie, Salat, Spinat, Tomate Gurken, Chinakohl
Rhabarber Buschbohnen, Kohlarten, Salat, Spinat
Tomaten Buschbohnen, Chicorée, Knoblauch, Kohlrabi, Möhren, Pastinake, Petersilie, Porree, Radieschen, Ringelblumen, Salat, Sellerie, Spinat, Zwiebeln Blaukraut, Erbsen, Fenchel, Gurken, Kartoffeln, Rote Bete
Zucchini Basilikum, Kapuzinerkresse, Stangenbohnen, Zwiebeln Gurken
Zwiebeln Bohnenkraut, Dill, Gurken, Kamille, Knoblauch, Möhren, Pastinake, Rote Bete, Salat, Tomaten, Zucchini Bohnen, Erbsen, Kartoffeln, Kohlarten, Porree
Rosen

Rose - GartenRosen gehören zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) und sind sommergrüne, seltener auch immergrüne Ziersträucher. Die Königin der Gartenpflanzen blickt inzwischen auf eine 2000 jährige Vergangenheit als Kulturpflanze und umfasst je nach Auffassung zwischen 100 und 250 Arten. Mehr zu Rosen (in Bearbeitung)