Gartengrillkamine haben Hochkonjunktur. Es ist ein bisschen so wie mit den Windrädern: Irgendwann waren sie da, standen erst etwas hilflos in der Natur herum, und schienen sich dann reichlich zu vermehren. Inzwischen sind sie überall. Ähnlich ist es mit den Grillkaminen: Man sieht sie allerorten in Schrebergärten, „normalen“ Gärten, auf Terrassen, vor Restaurants und Kneipen. Sind Sie auch versucht, sich einen Grillkamin anzuschaffen? Dann lesen Sie hier, ob das Phänomen Gartengrill das richtige für Sie ist.

Der Siegeszug des Gartengrills

Was macht den Gartenkamin so beliebt? Kurz gesagt: Er übt eine ganz eigene Faszination aus. Es ist nicht allein seine Funktion als Grillstation, die ihn so populär macht, es kommen weitere Aspekte hinzu. Er ist ein optischer Hingucker, sozusagen ein richtiger Einrichtungsgegenstand für den Garten oder die Terrasse, bzw. Teil einer Outdoorküche. Hinzu kommt, dass ein Kamin auch im Haus immer eine imposante Erscheinung ist – warum sollte es draußen also anders sein? Zudem kann er natürlich äußerlich aufgehübscht werden, sei es durch Lackierung in knalligen Farben oder durch Verkleidung, etwa mit Naturstein. Außerdem ist da noch der Aspekt der Feuerstelle: Hier kommen, so war es schon vor Jahrtausenden, alle zusammen. Hier speist man gemeinsam, hier wärmt man sich auf, wenn es draußen frisch wird, und rückt zusammen.

Was spricht für den Grillkamin im Garten?

Wer grillen will, tut es, zu jeder Jahres- und Tageszeit. Grillsaison ist also das ganze Jahr. Der Grill muss nicht umständlich aus dem Keller geholt und womöglich noch umständlich zusammengebaut werden. Der Gartengrill ist bereit – sofern Grillrost sauber und Aschekasten leer sind. Das Grillvergnügen  kann also von 0 auf 100 beginnen. Grillkamine sind oft bereits mit Arbeitsflächen ausgestattet, um Grillzubehör und Grillgut abzulegen.
Grillabende können auch schon mal kühl werden. Und während der Inhouse-Kamin ja in der Regel ausschließlich als Wärmequelle genutzt wird, ist sein Outdoor-Kollege durchaus auch ein nicht zu unterschätzender Begleiter an kühlen Abenden und Nächten im Garten oder auf der Terrasse – selbst wenn die Küche mal kalt bleibt. Dank seines Gewichts kann man den Grillkamin außerdem über Nacht draußen lassen; von entwendeten Gartengrills wird doch eher selten berichtet.

Was spricht gegen den Grillkamin im Garten?

Der eine oder andere Profi-Grillmeister zieht bei einem Gartengrillkamin eher verächtlich die Augenbrauen hoch. Denn für die allerhöchsten Ansprüche reichen die meisten Grills nicht. Das fängt an bei der Grillfläche, die eher klein ist. Und es ist ein wenig Akrobatik beim Grillen nötig, da der Gartengrill zu drei Seiten geschlossen ist, so dass der Grill nur von einer Seite zu „begrillen“ ist. Bei den meisten Modellen reduziert sich das Grillvergnügen auf direktes Grillen, was den Grillgenuss auf „herkömmliches“ Grillgut wie Würstchen oder Steaks einschränkt – wer Räuchern oder andere aufwändige Garmethoden liebt, die in einem Kugelgrill oder Smoker möglich sind, schaut beim Gartengrill in die Röhre. Die fehlende Mobilität wird den einen oder anderen Grillfreund auch vom Kauf eines Grillkamins abhalten: Mal eben den Grill in den Kofferraum werfen und die Gäste wo auch immer verköstigen, ist nicht drin.

Der Standardgrill als echte Alternative?

Auch der Preis für einen Grillkamin ist nicht ohne, selbst für die günstigsten Modelle muss ein dreistelliger Betrag auf den Tisch gelegt werden. Zum Vergleich: In dieser Preiskategorie erhält man schon einen Holzkohlegrill, Gasgrill, Elektrogrill oder Smoker für gehobene Ansprüche, im Klartext: Geräte von Weber, Outdoorchef oder Napoleon. Einen großen Boom erlebt aktuell vor allem Napoleon, da die Firma bewährte und innovative Produktfunktionen kombiniert. Eine konkrete Preisübersicht für Napoleon-Grills gibt es hier und für den Grillkamin hier – einfach vergleichen und abwägen!

Zum Schluss lässt sich noch ein letztes Argument für einen regulären Grill (ob nun Napoleon oder Geschwister) anbringen: Wer seinen Grill auch mal an einem anderen Ort abseits des heimischen Gartens in Betrieb nehmen sowie sich nicht aufs Nackensteak beschränken will und Variationen liebt– sei es indirektes Grillen, Niedergaren, Grillen auf verschiedenen Temperaturzonen oder die Funktion eines Pizzaofens – kommt an einem Standardgrill nicht vorbei.

Wer sich einen Gartengrillkamin anschaffen will, sollte folgendes beachten:

  • Material & Beschaffenheit: Ob Leichtbeton, Beton, Stein, Gusseisen oder Edelstahl – neben dem persönlichen Gusto sind hier auch die finanziellen Möglichkeiten entscheidend. Ferner sind die Fragen nach der Form (rund oder eckig, Edelstahlhaube oder Kupferhaube etc.) oder beispielsweise der Arbeitshöhe (ist ggf. eine Sockelerhöhung notwendig?) zu klären.
  • Eignung & Ausstattung: Kann der Kamin auch mit Holz befeuert werden? Und welche Möglichkeiten bietet er abseits der normalen Grillfunktion; kann zum Beispiel ein Drehspieß angebracht werden, was ist mit Räuchern oder Backen etc.?
  • Standort & Untergrund: Wo man den Grill platziert, will wohlüberlegt sein, etwa um Belästigungen für den Nachbarn auszuschließen, aber auch um nicht unangenehmen Wettereinflüssen beim Grillen ausgesetzt zu sein. Außerdem wiegt ein Kamingrill einiges und kann auf dem falschen Boden nach drei Tagen Regenwetter schon mal eine Etage tiefer gerutscht sein.
  • Optik & Pflege: Je nach Material sind die Möglichkeiten für Verzierungen, Lackierungen oder Verkleidungen zu beachten. Ebenso sollte der Grill regelmäßig gereinigt werden, damit er nicht unansehnlich wird.

Als Alternative für den Grill von der Stange ist natürlich auch abzuwägen, ob man selber baut bzw. bauen lässt und seinen Grill ganz nach den eigenen Vorstellungen konzipiert. Auch hier wird nicht zuletzt der Geldbeutel ein gewichtiges Wort mitsprechen – und über die Qualität der Grillparty entscheiden.

Grillkamin / Gartengrill versus Standard-Grill

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Fazit: Grillkamin/Gartengrill oder lieber klassischer Grill?

Für den Haus- bzw. Gartengebrauch reicht ein Grillkamin allemal – wer sich allerdings zur gehobenen Klasse der Grillmeister sieht, wird wohl eher mit anderen Modellen glücklich werden – allerdings gibt es natürlich auch Grillkamine in höheren Preissegmenten, die den Ansprüchen eines Profis gerecht werden.