Vorbereitung ist alles – auch im Garten. Eine Gründüngung bereitet den Boden auf die geplante Aussaat vor, sodass die Folgekultur anschließend besonders gut wachsen und gedeihen kann. Wie genau funktioniert die Gründüngung? Welche Gewächse eignen sich dafür? Wann ist der richtige Zeitpunkt? Hier lesen Sie alles Wichtige.

Welche Gründüngungspflanzen gibt es? Eine Auswahl

Um die Beete in Ihrem Garten auf Ihre Lieblingspflanzen vorzubereiten, gibt es verschiedene natürliche Wegbereiter. Der Gründünger ist häufig einjährig und hat viele Vorzüge. Besonders im Nutzgarten ist die Gründüngung eine beliebte und effektive Methode, den Boden aufzulockern und den Humusgehalt zu steigern. Hier einige Ideen, mit welchen Pflanzen Sie den Gartenboden auf die Aussaat vorbereiten können:

Leguminosen

Eine Gruppe von Pflanzen, die Ihrem Boden einen weiteren großen Vorteil bringen und deshalb besonders gut für die Gründüngung geeignet sind: Sie sind sogenannte Stickstoffsammler. Sie helfen das Substrat mit Stickstoff anzureichern – eine perfekte, natürliche Methode der Stickstoffbindung im ökologischen Landbau. Beliebte Gründüngungspflanzen sind Schmetterlingsblütler wie Lupinen oder Klee sowie Wicken, Ackerbohnen oder Erbsen.

Sonnenblumen

Die majestätischen Blumen mit ihren leuchtend gelben Blütenblättern sind nicht nur wunderschön anzusehen – sie gehören auch zu den sogenannten Tiefwurzlern. Deshalb können sie auch in den tiefer gelegenen Bodenschichten eine Lockerung des Erdreichs unterstützen. Einen ähnlichen Effekt als Gründünger haben Gewächse wie Bitterlupinen oder Ölrettich, der zu den Kreuzblütlern gehört.

Phacelia tanacetifolia

Das Raublattgewächs ist auch unter dem Namen Bienenweide bekannt. Die hübschen Pflanzen mit lilafarbenen Blüten haben neben der Gründüngung noch einen weiteren Vorteil: Sowohl Bienen als auch Hummeln fühlen sich in ihrer Nähe besonders wohl.

Perserklee

Die Kleeart gehört ebenfalls zu den beliebtesten Gründüngungspflanzen. Gerade für mittelschwere und leichtere Böden ist sie hervorragend geeignet. Ihre große Wurzelmasse und die stark verästelten Pfahlwurzeln unterstützen eine gründliche Durchlüftung des Bodens.

Tagetes

Die Studentenblumen sind nicht nur sehr robust, sie überzeugen auch optisch durch dekorative, farbenfrohe Blüten. Als Gründünger ist die Pflanze empfehlenswert, weil ihre Wurzeln Terthiopene ausscheiden. Diese töten sowohl Fadenwürmer als auch Nematoden. An den Blatträndern und an den Wurzeln ausgeschiedene Duftstoffe vertreiben außerdem viele Insektenarten. Bodenmüdigkeit oder ein Schädlingsbefall lassen sich so effektiv verhindern.

Spinat

Auch das beliebte Blattgemüse ist ein praktischer Gründünger. Er bindet Nitrat und hilft Feuchtigkeit im Boden zu binden. Ein großer Vorteil der Pflanze: Spinat ist winterhart und lässt sich entsprechend auch in der kalten Jahreszeit als Platzhalter im Beet verwenden.

Gründüngung: Vorteile und Nachteile im Garten

Zugegeben, eine Gründüngung erscheint auf den ersten Blick recht aufwendig. Zunächst müssen Sie das passende Saatgut auswählen und es dann in die Erde bringen. Leider eignet sich nicht jede Art der Gründüngung für jeden Gemüsegarten. Nach der Kohlernte sollten Sie zum Beispiel auf der freien Fläche keinen Ölrettich oder Gelbsenf säen. Beide Pflanzen unterstützen nicht nur die Ausbreitung der Pflanzenkrankheit Kohlhernie, sondern fördern auch die Bodenmüdigkeit. Etwas Recherche ist für eine gekonnte Gründüngung also notwendig. Ambitionierte Hobbygärtner nehmen das allerdings gerne in Kauf, denn die Vorteile der Gründüngung sind durchaus überzeugend. Der Gartenboden wird nicht nur durchlüftet, sondern auch gelockert und mit Humus versorgt. Darüber hinaus können Gründüngungspflanzen die Unkrautunterdrückung fördern. Je nach Art des Gewächses lässt sich außerdem das Aufkommen von Schädlingen verhindern, der Stickstoffgehalt im Substrat lässt sich mithilfe der passenden Pflanzen dagegen erhöhen.

So gelingt das Düngen mit Pflanzen

Gründüngung funktioniert ganz einfach, denn Sie brauchen nur die entsprechenden Pflanzen in den Boden bringen – je nach Gewächs liegt der passende Zeitpunkt zwischen März und Oktober. Als Standort eignen sich frisch abgeerntete Flächen hervorragend, denn so lässt sich das Substrat ideal auf die neue Pflanzsaison vorbereiten. Alternativ können Sie aber auch Gründüngungspflanzen zwischen Gemüsereihen setzen, um Ihre Ernte zu optimieren: Ringelblumen oder Tagetes eignen sich dafür zum Beispiel sehr gut. Vor dem Aussäen des Gründüngers sollten Sie das Substrat von eventuellem Unkraut befreien und es umharken.

Gründünger entfernen: So entsteht eine schützende Mulchschicht

Die Gründüngungspflanzen selbst werden nicht geerntet. Stattdessen können Sie sie einfach rund zwei Wochen, bevor Sie Ihren Obst- oder Gemüsegarten bepflanzen möchten, entfernen. Dafür mähen Sie einfach die obersten Pflanzenteile ab und lassen diese auf der Erde liegen. Das Ergebnis ist eine natürliche Schicht Mulch. Sie schützt das Substrat und damit die Pflanzen vor Unkraut, Trockenheit oder Kälte schützt. Alternativ können Sie den Gründünger auch einfach in die Erde einarbeiten.