Sanft zieht er ein, der Herbst. Und mit ihm fällt langsam auch Blatt für Blatt in goldener Farbe von den Laubbäumen. Bis dahin erscheint uns der Herbst sehr magisch und unfassbar schön. Doch wenn die Bäume leer gefegt sind und die Sonne sich zum nahenden Winterschlaf verzieht, ist es doch schön, ein paar blühende Pflanzen um sich zu haben. Zum Beispiel das Heiligenkraut. Denn genau wie Chrysanthemen hat das Heiligenkraut im Herbst seinen großen Auftritt. 

Das Heiligenkraut – Herkunft der Pflanze

Die Gattung Heiligenkraut, auch Santolina genannt, gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und ist überwiegend im westlichen Mittelmeerraum (Südeuropa und zusätzlich in Nordafrika) verbreitet. In Hanglagen und Höhenlagen bis circa 1000 Meter – generell an trockenen, warmen und felsigen Orten – fühlt sich das Heiligenkraut am wohlsten.

Die Geschichte des Heiligenkrauts geht bis ins 16. Jahrhundert zurück, denn damals wurde sie vor allem als Zier- und Heilpflanze kultiviert. Inzwischen wird die pflegeleichte Pflanze als Ziergewächs in Steingärten oder auf Friedhöfen gesetzt.

Es gibt mehrere Arten des Heiligenkrauts: Unter die Bekanntesten fallen beispielsweise Santolina chamaecyparissus – das graue Heiligenkraut (auch Zypressenkraut genannt), das gelbe Heiligenkraut oder grüne Heiligenkraut (Santolina virens) sowie das rosmarinblättrige Heiligenkraut (Santolina rosmarinifolia).

Das Heiligenkraut: Die Zweige sind grün und wachsen etwas wild - mal aufrecht, mal überhängend.

Neben den gelben Blüten sind auch die buschigen Zweige des Heiligenkrauts ein Blickfang ©istockphoto.com/PicturePartners

Eigenschaften des Heiligenkrauts

Das Besondere am Heiligenkraut? Die knallgelben Blüten sind ein wahrer Blickfang. Vor allem im Sommer leuchtet das Heiligenkraut nur so, aber auch in den Wintermonaten ist es ein richtiger Farbklecks. Die Blütezeit ist ungefähr von Juni bis August. Die gelben Blüten bestehen aus körbchenförmigen Blütenständen und scheibenförmigen Blütenkörbchen, die unzählige Röhrenblüten enthalten. Umrahmt werden sie von ungleichen Hüllblättern.

Doch auch der Rest der mehrjährigen Pflanze ist nicht zu verachten: Der sogenannte Halbstrauch erreicht eine Höhe von ungefähr 10 bis 60 Zentimeter. Die Zweige wachsen buschig, mal aufrecht, mal leicht überhängend und sind mit wild verteilten Laubblättern bedeckt.

Besonders: Das Heiligenkraut riecht extrem würzig und versprüht einen aromatischen Duft. Unter anderem deswegen eignet sich Heiligenkraut auch ideal für die Küche und den Haushalt: Im Artikel von Biorama erfahren Sie zum Beispiel, wie man unliebsames Ungeziefer wie Motten damit loswird.

Die optimale Pflege des Heiligenkrauts

Allgemein ist das Heiligenkraut eine sehr pflegeleichte, immergrüne Pflanze. Sie braucht nicht sonderlich viel Wasser und Nährstoffe. Einzige Ausnahme: bei Hitze, trockenen Böden und unmittelbar nach der Pflanzung. Ansonsten reicht gelegentlicher Regen aus. Und auch auf das Düngen kann man hier verzichten.

Allerdings bevorzugt das Heiligenkraut einen sonnigen und trockenen Standort und macht sich gut in Steingärten, Steppenbeeten oder an anderen trockenen Stellen (Balkon oder Garten gehen aber auch). Der Boden sollte dabei aber gut durchlässig sein und die Erde eine sandig-kiesige Konsistenz haben, denn Staunässe mag das Heiligenkraut so gar nicht. Deswegen immer auf einen guten Wasserablauf achten.

Die Blüten des Heiligenkrauts erstrahlen in Gelb, die Zweige in Grün und Grau.

Das Heiligenkraut leuchtet auch im Herbst ©istockphoto.com/kira_an

Im Winter gilt jedoch: Ein leichter Winterschutz ist von Vorteil. Denn das Heiligenkraut ist nicht zu hundert Prozent winterhart. Eine dicke Schicht aus Reisig, Rindenmulch oder Laub eignet sich ideal, um den Wurzelbereich zu schützen. Im Notfall kann man das Kraut auch mit einer Fleecematte bedecken, um es gut durch den Winter zu bringen. So vermeiden Sie Frostschäden und haben länger Freude an Ihrem Gewächs.

Im Übrigen wird das Heiligenkraut nicht nur als Ziergewächs, sondern auch als Heilmittel verwendet und zum Beispiel als Tee getrunken. Doch es kann noch viel mehr: Wie es seit Jahrhunderten als Heilpflanze eingesetzt wird, erfahren Sie hier.

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