Kein Garten vorhanden? Kein Problem – denn ein Hochbeet selbst bauen kann man beispielsweise auch auf dem Balkon. So wird der triste Balkon im Nu zu einer grünen Gartenoase. Denn einen Nutzgarten anlegen kann man auch in klein – mit einem Hochbeet.

Und ein Hochbeet hat so einige Vorteile: Es bietet die bestmöglichen Wachstumsbedingungen und die Pflanzen sind besser vor Feinden geschützt als in einem Flachbeet. Zudem hat es eine kürzere Kulturzeit, da die Bodentemperatur um die fünf bis sechs Grad über der der Flachbeete liegt. Und: Hochbeete lassen sich dicht bepflanzen und ärgern den Rücken nicht durch ständiges Bücken. Das alles winkt, wenn Sie ein Hochbeet selbst bauen. Doch wie anfangen? In fünf einfachen Schritten verhelfen wir Ihnen zum eigenen Hochbeet.

Schritt 1: Planung

Material

Aus welchem Material wollen Sie das Hochbeet selbst bauen? Hier steht Ihnen eine ganze Reihe an Materialien zur Wahl: Ob mobile Hochbeete aus Metall, Weinkisten und Kunststoff oder feststehende, gemauerte Hochbeete – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Ganz klassisch wird es aber aus Holz gebaut. Setzen Sie auf verwitterungsbeständiges Holz wie Birke, Lärche, Robinie oder Douglasie und verwenden Sie zertifiziertes Holz. So haben Sie länger eine Freude damit.

Generell sind Konstruktionen aus Holz meist schöner – durch Verwenden von Paletten wird ein selbst gebautes Hochbeet zum Upcycling- Projekt. Mehr zum Thema Upcycling mit Europaletten finden Sie auf Solebeich.

Ein Hochbeet selbst bauen - am besten zu Zweit. Ist es fertig, können Pflanzen gesetzt werden.

Hochbeet selbst bauen leicht gemacht: Die Kür? Pflanzen setzen ©istockphoto.com/kupicoo

Pflanzen

Welche Pflanzen möchte ich darin anpflanzen? Kräuter machen sich immer gut – oder auch Tomaten, Kohl, Sellerie und Gurken. Diese nennt man Starkzehrer. Sie verhindern Nitratanreicherungen in der Erde und sollten deswegen in den ersten zwei Jahren gepflanzt werden. Danach machen sich auch Schwachzehrer wie Spinat und Salat gut im Hochbeet. Sie können sogar Kichererbsen selber anpflanzen.

Standort

Und wo will ich es platzieren? Dem Hochbeet gefällt es an einem sonnigen Standort am besten. Hier lohnt es sich also, nicht überstürzt ans Werk zu gehen, sondern in Ruhe zu recherchieren und mögliche Standorte des Hochbeets zu beobachten. Dabei sollte außerdem beachtet werden, dass keine Schatten von hohen Bäumen oder Ähnlichem auf das Hochbeet fallen. Orientieren kann man sich auch an den Himmelsrichtungen: Das Beet sollte eine Nord-Süd-Ausrichtung haben und die kurzen Enden nach West und Ost zeigen. Haben Sie all diese Fragen für sich geklärt, kann es losgehen und Sie können endlich Ihr Hochbeet selbst bauen – es fehlen nur noch ein paar Schritte.

Schritt 2: Anleitung und Einkaufsliste

  • Mehrere Holzaufsatzrahmen oder lange und etwas kürzere Holzbretter oder Paletten
  • Schrauben, Nägel und Tacker
  • Noppenfolie aus dem Baumarkt (am besten 1 Meter breit)
  • Äste, Zweige, Laub und Biomüll
  • Gartenerde und Kompost

Schritt 3: Holzrahmen für das Hochbeet selbst bauen

Ist ein geeigneter Platz gefunden, kann es losgehen. Zuerst wird der Holzrahmen – das Fundament sozusagen – gebaut. Dazu sollte man ein bis drei Holzaufsatz-Rahmen aufeinanderstellen, bis die Höhe 20, 40 oder 60 Zentimeter erreicht ist. Oder je nach gewünschter Höhe die langen und kürzeren Holzbretter zusammenbauen.

Schritt 4: Innenauskleidung

Als Nächstes müssen die Innenwände des Hochbeets ausgekleidet werden. Diese dienen als Schutz. Ansonsten hält das selbst gebaute Hochbeet nicht lange. Zum Auskleiden eignet sich eine Noppen- oder Teichfolie wunderbar. Die zugeschnittenen Stücke können mit Nägeln und Tacker befestigt werden. Wichtig: Immer darauf achten, die unteren Ecken der Folie einzuschneiden und umzuschlagen. Nur so ist die Folie auch dicht.  Außerdem schützt sie vor Nässe und sorgt für eine ausreichende Luftzufuhr für die Pflanzen. Um Staunässe vorzubeugen, empfiehlt es sich, kleine Löcher in die Folie zu stechen.

Der Plan, ein Hochbeet selbst zu bauen ist geschafft: Mit Holzrahmen und schon mit Erde gefüllt.

Endlich fertig! Ein Hochbeet selbst bauen ist Arbeit – aber macht extrem viel Spaß ©istockphoto.com/Reimphoto

Schritt 5: Beet vorbereiten

Zu guter Letzt wird das Hochbeet für die Pflanzen vorbereitet. Damit diese sich besonders wohlfühlen, werden unterschiedliche Materialien in das Beet gegeben.

  • Die erste Schicht sollte aus Ästen und Zweigen bestehen. Auf diese Weise ist eine gute Durchlüftung garantiert.
  • Im nächsten Schritt wird eine Schicht aus Biomüll und Laub darübergelegt. Durch das Laub verrottet der Rest schneller und es wird Wärme von unten erzeugt.
  • Zuletzt wird ein Mix aus feinem Kompost und Gartenerde in das selbst gebaute Hochbeet

Jetzt kann das große Pflanzen losgehen! Sie werden sehen: Es macht sehr viel Spaß, ein Hochbeet selbst zu bauen. In Teil 2 erfahren Sie, was genau man in einem Hochbeet so alles anpflanzen kann. Noch mehr Ideen, wie man einen Balkon grüner gestalten und Gemüse anbauen kann, gibt es in einem Beitrag über Urban Gardening auf utopia.de.