Der Herbst ist da, und ehe man sich versieht, steht auch schon der Winter vor der Tür. Da werden nicht nur die Schals wieder ausgepackt, sondern auch sämtliche Pflanzen winterfest gemacht. Vorbei die Zeit des fröhlich-emsigen Gärtnerns… Wer sich aber dennoch am satten grün seiner Pflanzen erfreuen möchte, setzt rechtzeitig auf immergrüne Hecken. Die sind nicht nur schön anzusehen, sondern dienen auch als natürlicher Sicht- und Lärmschutz. Doch Vorsicht bei der Wahl Ihrer immergrünen Hecke: Einige Arten sind giftig! Was Sie sonst noch alles zum Thema wissen müssen, lesen Sie hier.

Immergrüne Hecke: pflanzen und pflegen

Heckenpflanzen gedeihen besonders gut, wenn sie im frühen Herbst gepflanzt werden. So haben sie genügend Zeit, an ihrem neuen Standort Wurzeln zu schlagen, ehe der erste Frost eintritt. Auch wenn es ungewöhnlich klingt: Sie sollten Ihre immergrüne Hecke auch im Winter gießen. Bei langanhaltender, trockener Kälte besteht ansonsten die Gefahr, dass Blätter oder Nadeln braun werden und abfallen.

Achten Sie beim Einpflanzen auch auf genügend Abstand zu Gehwegen, denn viele Heckenpflanzen vertragen Streusalz nicht. Nach starkem Schneefall sollten Sie die Hecken abschütteln oder abfegen, damit sie unter der Last nicht einknicken. Ein windgeschützter Standort ist von Vorteil. So können sich Schädlinge nicht so leicht ausbreiten. Im Frühjahr sollten Sie Ihre Hecken und Sträucher düngen, um den Austrieb zu unterstützen.

Rückschnitt – das ist zu beachten

Immergrüne Hecken sollten zweimal im Jahr geschnitten werden: im Frühjahr, bevor die Blüten austreiben, und im Herbst, bevor der erste Nachtfrost einsetzt. Formschnitte, also ein leichtes Zurechtstutzen der Pflanzen, sind das ganze Jahr über möglich. Falls mehr wegkommen soll, ist Vorsicht geboten: Zwischen März und Oktober sind größere Rückschnitte laut Paragraph 39 Bundesnaturschutzgesetz verboten, da Vögel in dieser Zeit brüten und nicht gestört werden dürfen.

Für den Heckenschnitt suchen Sie sich am besten einen Tag aus, an dem es nicht zu heiß ist, denn sonst trocknen die Schnittstellen aus. Es sollte zudem trocken sein, damit Pilze keine Chance haben, sich auszubreiten. Verwenden Sie eine gut geschliffene Heckenschere, damit die Schnittverletzungen an den Pflanzen schneller heilen.

Die beliebtesten immergrünen Hecken

Unter den immergrünen Hecken gibt es eine ganze Reihe an Vertretern, die Ihren Garten verzieren können. Je nach Pflanzenart gibt es dabei unterschiedliche Dinge zu beachten. Nicht nur unterscheiden sich die Hecken hinsichtlich Wachstumsrate oder Pflegeleichtigkeit. Es gibt auch einige Hinweise zu einem sicheren Umgang mit dornigen oder gar giftigen Exemplaren zu beachten.

Liguster: Für Ungeduldige

Liguster (Ligustrum vulgar) ist die ideale Hecke für Menschen, die einen schnellen Sichtschutz wollen. Er wächst bis zu einem Meter pro Jahr – so viel wie kaum eine andere Hecke. Sein üppiges Gestrüpp ist dicht verzweigt und zieht Vögel an. Auch andere Tiere finden die weichen Blätter sehr einladend. Sofern die äußersten Zweige nicht dem Frühjahrsschnitt zum Opfer fallen, tragen sie kleine weiße Blüten. Liguster ist etwas für Hecken-Anfänger, denn er ist sehr robust und pflegeleicht.

Thuja: Der Klassiker

Thujen (Thuja occidentalis) – auch Lebensbäume genannt – sind nicht nur im Garten, sondern oft auch auf Friedhöfen zu finden. Die kleinen, dichten Nadelbäume werden oft zu Zylindern oder anderen geometrischen Figuren geschnitten. Die Zweige der Thuja sind sehr giftig und können schon bei längerem Hautkontakt Reizungen hervorrufen. Tragen Sie daher bei Schnitt und Pflege immer Handschuhe. Der Lebensbaum kann bis zu 15 Meter hoch werden.

Stechpalme: Die Stachelige

Auch bei Arbeiten an der Stechpalme (Ilex) sollten Sie besser Handschuhe tragen. Die gezähnten Blätter sind sehr spitz. Stechpalmen werden bis zu zehn Metern hoch und sind für ihre roten, beerenartigen Früchte bekannt, die als Weihnachtsschmuck zum Einsatz kommen. Diese sind jedoch – genau wie die Blätter – giftig und lösen Durchfall sowie Erbrechen aus.

Feuerdorn: Der Exot

Der Feuerdorn (Pyracantha coccinea) stammt aus dem Mittelmeerraum und Südostasien. Der Strauch hat starke Dornen und feuerrote bzw. orange Früchte. Sie sind zwar nicht giftig, aber dennoch schlecht verträglich und schmecken säuerlich. Wenn die Heckenpflanze keine bunten Früchte trägt, besticht sie mit weißen Blüten. Der Feuerdorn zählt zu den Rosengewächsen und kann bis zu sechs Meter hoch werden.

Kirschlorbeer: Der Duftende

Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) ist für Tiere und Menschen giftig, denn Blätter und Samen enthalten Blausäure. Zehn Samenkörner reichen theoretisch schon aus, um einen Menschen zu töten. Dazu müssten sie aber gut gekaut werden. Im Frühling trägt der Kirschlorbeer eine duftende weiße Blütenpracht, die sich kerzenförmig nach oben richtet. Die Blätter werden bis zu 15 Zentimeter lang. Die Pflanze trägt rote bis schwarze Steinfrüchte, die zwar nicht giftig sind, aber auch nicht genießbar.

Eibe: Die Tödliche

Die giftigste der immergrünen Hecken ist wohl die Eibe (Taxus baccata). Sie trägt sehr giftige schwarze Samenkörner, die jeweils von fleischigen roten Früchten ummantelt sind. Auch die wundervoll glänzenden Nadeln der Eibe haben es in sich. Ihr Gift Taxin kann zum Herzstillstand führen. Wenn Kinder in Ihrem Garten spielen, sollten Sie auf diese Hecke lieber verzichten.

Buchsbaum: Gärtners Liebling

Der Buchsbaum (Buxus sempervirens) ist ein wahrer Allrounder. Er wächst schnell und dicht, ist pflegeleicht und existiert in 60 Sorten. Seit jeher wird er in der Gartenkunst verwendet, denn er lässt sich in jede beliebige Form schneiden. Populär wurde der Buchsbaum in den Gärten von Versailles. Dort ersetzte er die Zypresse, die dem französischen Winter nicht standhielt. Er wird bis zu vier Meter hoch und trägt kleine gelbe Blüten.