Einen japanischen Garten kann man als Zufluchtsort zur Entspannung und Ruhe anlegen. Einem sollte jedoch bewusst sein, dass es nicht damit getan ist ein paar Pflanzenkübel hinzustellen und eine Teichschale aus dem Baumarkt in den Boden zu lassen. Es erfordert ein hohes Maß an Erfahrung und Wissen, um so einen Garten anlegen und zu bepflanzen zu können. In dem Artikel gehen wir grob auf die ersten Schritte zur Gestaltung eines solchen Gartens ein. Einführend befassen wir uns mit der Geschichte der japanischen Gärten. Darauf folgen die Kriterien, die bei der Bepflanzung des Gartens zu beachten sind.

Entstehung und Ursprung des Zen Gartens

Erstmals tauchte der philosophische Gartenbau, der nach den Regeln des Taoismus, des Zen und des Ying Yang Prinzips in Japan, im Jahre Null auf. Unvermutet: der japanische Gartenbau kam durch einen Koreaner um 612 nach Japan. Der berühmteste japanische Garten ist in Kyoto zu finden und seit tausend Jahren kaum verändert worden. Der japanische Gartenbau weist einen starken Bezug zur Poesie und der Kultur auf. Dies wird besonders dadurch unterstrichen, dass die Pflege des Gartens durch Dichter übernommen wurde.

japanischen Garten im Stile des berühmten Kyoto Garten kreieren

Berühmter Zen-Garten in Kyoto (c) bildpixel / pixelio.de

Japanische Gärten finden immer mehr Einzug in öffentliche Parkanlagen der deutschen Städte und genießen eine wachsende Beliebtheit in der deutschen Gesellschaft. Deutschlandweit gibt es schon 38 öffentliche Japanische Gärten in verschiedenen Typen und Stilen.

Vorbereitung, Materialien und Kriterien zum Anlegen vom japanischen Garten

Anfangs sollte die Entscheidung getroffen werden, ob der ganze Garten oder nur ein kleiner Teil im japanischen Stil gestaltet werden soll, denn auch ein kleiner gestalteter Abschnitt kann dem gesamten Garten eine exotische Note verpassen. Thematisiert werden neben den Basismaterialien zum Gestalten und Anbauen des japanischen Gartens die passenden Pflanzen, die dem Garten einen japanischen „touch“  verleihen. Logischerweise braucht man zum Anlegen des japanischen Gartens auch Gartenwerkzeuge wie z.B. Spaten, Schaufeln und Schubkarren.

japanischen Garten anlegen

Kiesbett als wichtiger Bestandteil im japanische Garten (c) Sören Rabe / pixelio.de

Für die charakteristischen Kiesbette des japanischen Gartens muss ein nicht zu feiner Kies für eine 20 cm dicke Schicht eingekauft werden. Damit Sie nicht täglich Unkraut jäten müssen, bietet sich eine Kiesunterlage an. Um das Kies zu haken ist ein grober Rechen von Nöten.

Weiterführend ist die richtige Wahl der Pflanzen eines der wichtigsten Kriterien zum Anbau des japanischen Gartens. Aufgrund ähnlicher klimatischer Bedingungen wie im deutschen Raum, kann man Großteils auf einheimische bzw. auch in Deutschland wachsende Pflanzen zurückgreifen. Hierzu gehören Azaleen, Schneeball, Fächerahorn, Rhododendren und Koniferenarten.

japanischen Garten als Rückzugsort

Azaleen im schönen Rot (c) Maja Dumat / pixelio.de

Ungeachtet der oben genannten Pflanzen, ist der Kreativität beim Gestalten vom japanischen Garten keine Grenze gesetzt – es muss jedoch der farblichen Kombination von Rot- und Grüntönen unterliegen. Um weitere kontrastreiche Akzente zu setzen, können Pflanzen mit weißen Blättern integriert werden.

Gestalten des japanischen Garten nach dem Yin-Yang-Prinzip

Die chinesische Philosophie baut auf dem Ying und Yang Prinzip auf, welches auch in der Garten Gestaltung angewandt wird. Es zeichnet sich durch die Gegenüberstellung von Gegensätzen und der Betonung von Gemeinsamkeiten aus.

den Japanischen Garten nach dem Ying-Yang-Prinzip gestalten

Gestaltung des Gartens nach dem Ying-Yang-Prinzip (c) Carina Döring / pixelio.de

Im japanischen Garten finden sich diese Gegensätze als Licht und Schatten, Hell und Dunkel, Trocken und Feucht, Hoch und Tief, Eckig und Rund sowie Ebenen und Hügel wieder.

Vorgehensweise zum Anlegen des japanischen Garten

Angeführt von einer sorgfältigen Planung für die Anlage des japanischen Gartens, unter Berücksichtigung des Ying-und-Yang-Prinzips, kann die Gestaltung beginnen. Als erstes werden die sogenannten Kiesbette 20 cm tief ausgehoben. Hierbei ist je nach Größe des Gartens und des Kiesbettes ein kleiner Bagger sinnvoll.  Darauf folgend wird das Unkrautvlies in die ausgehobenen Kiesbetten gelegt die dann gleichmäßig mit dem Kies aufgeschüttet werden. Die verschiedene Pflanzen werden je nach ihren individuellen Anforderung an Pflanzenheit an den passenden Standort gepflanzt, angegossen und gepflegt. Auf das Anlegen eines Teiches gehen wir in diesem Artikel nicht weiter ein da diese Informationen nicht spezifisch etwas mit dem anlegen von einem japanischen Garten zu tun hat. Um einen Teich anzulegen, welcher den japanischen Garten als Wohlfühloase bereichert, bietet das Internet etliche Seiten mit Erklärungen zum Anlegen eines Teiches an. Ein weiterer Blickfang sind japanische Dekoelemente wie z.B. Findlinge (sehr große Steine), die im Garten verteilt werden können, um die Ansicht des Gartens abwechslungsreich zu gestalten.

Findlinge als Deko für den japanischen Garten

Findlinge als traditionelle Deko (c) Rolf Handke / pixelio.de

Aufgrund des Gewichts und dem Transport, können alternativ Regentonnen in Findlingsoptik die realen Findlinge ersetzen. Hier ist Kreativität gefragt.

Japanische Gärten sind pflegebedürftig

Wie kaum ein anderer Garten, benötigt der japanische Garten besondere Pflege, um einen harmonischen Anblick zu gewährleisten. Sauberes Haken der Kieswege und Kiesbetten verbunden mit exakter Beschneidung der Pflanzen, macht einen japanischen Garten erst ansehnlich. Wir raten an, die Pflanzen zweimal im Jahr zu den pflanzenspezifischen Zeiten sorgfältig zu beschneiden. Eine ausgeglichene Düngung verhilft den Pflanzen zu einem guten Wuchs und beeinflusst maßgeblich das Gesamtbild vom japanischen Garten. Wenn Sie Ihren Garten zu Ihrem eigenen Meditationszentrum machen wollen, probieren Sie es doch mit Hilfe unserer Gestaltungstipps aus.