Das Anlegen eines kleinen Gartenteichs gilt als aufwendig und kompliziert – völlig zu Unrecht! Mit dem richtigen Material haben Sie in kürzester Zeit Ihr eigenes kleines Gewässer, an dem Sie ab sofort herrlich entspannen können. Hier lesen Sie, wie Sie einen wunderschönen Naturteich anlegen können.

Planung ist alles: Welche Art von Gartenteich soll es werden?

Bevor Sie anfangen einen kleinen Gartenteich anzulegen, sollten Sie sich im Klaren darüber sein, was genau Sie sich von der Wasserfläche erhoffen. Wünschen Sie sich einfach nur eine kleine optische Abwechslung zwischen Rasenfläche und Beeten? Dann könnten Sie auf die allereinfachste Form des Teichs in Form eines Bottichs oder einer speziellen Teichschale zurückgreifen, die Sie fachmännisch in die Erde setzen.

Möchten Sie Ihren Gartenteich möglichst individuell gestalten und vielleicht sogar Goldfische darin halten, sollten Sie dagegen auf Teichfolie setzen. Auch ein Betonteich lässt sich beliebig gestalten, er lässt sich aber schwieriger wieder entfernen als ein flexibler Folienteich. Noch wichtiger wird eine sorgfältige Planung, wenn Sie sich einen Schwimmteich für Ihren Außenbereich wünschen. Denn anders als in einem Swimming Pool sind in einem Naturteich Wasserpflanzen und Mikroorganismen für die Wasseraufbereitung zuständig – und benötigen dafür einen möglichst natürlichen Lebensraum. Auch die Größe eines Teichs sollten Sie unbedingt sorgfältig planen. Möchten Sie Goldfische und andere Tiere dahin halten? Dann darf die Wasserfläche nicht zu klein sein, damit Sie eine möglichst artgerechte Tierhaltung garantieren können.

Kleinen Gartenteich anlegen: Das brauchen Sie

Für Ihren selbst angelegten Gartenteich brauchen Sie nur einige Materialien, die Sie in jedem Baumarkt finden:

  • Teichfolie. Ab 10 qm Wasserfläche 1 mm Dicke, ab einer Tiefe von 1 Meter: 1,5 mm Dicke
  • langes Seil/stabile Schnur für die Umrisse des Teichs
  • Schaufel oder Spaten
  • Vlies
  • Sand
  • Steine und Kies

So entsteht Ihr Miniteich

Sobald Sie sich für einen geeigneten Standort entschieden haben, können Sie Ihren Gartenteich anlegen. Legen Sie als erstes mit der Schnur die Umrisse auf dem Boden. Nun können Sie die Grube für den Teich ausheben. Spitze Steine oder Wurzelwerk sollten Sie so entfernen, dass sie der Folie nicht gefährlich werden können. Planen Sie beim Ausheben die verschiedenen Zonen von der Feuchtzone bis zur Tiefwasserzone ein, so können Sie später alle geplanten Wasserpflanzen an die richtige Stelle im Gartenteich setzen. Mit Vlies und Sand legen Sie jetzt die Grube aus, bevor Sie die Teichfolie darauf geben. An den Rändern der Folie legen Sie eine sogenannte Kapillarsperre an, die verhindert, dass der Teich Wasser verliert, weil der Boden sich vollsaugt. Fixieren Sie deshalb den oberen Teichrand mit Steinen. Auch Töpfe mit Pflanzen sind gut geeignet.

Der kleine Gartenteich ist jetzt fertig angelegt – nun können Sie das Wasser einlassen und die Wasserfläche bepflanzen, zum Beispiel mit Seerosen, Rohrkolben und ähnlichem.

Möglichst naturnah: Die Wasserzonen Ihres Gartenteichs gestalten

Egal, welchen Zweck Ihr Wassergarten erfüllen soll – möglichst natürlich wird er, wenn Sie ihn schon im Bau an ein natürliches Gewässer angleichen und einzelne Wasserzonen gestalten. Bieten Sie Pflanzen und auch Tieren einen angenehmen Lebensraum und gestalten Sie diese Bereiche, von denen jeder einen ganz eigenen Zweck erfüllt:

  • Sumpfzone: Die Zone mit der geringsten Wassertiefe Ihres Teichs ist rund fünf bis 20 Zentimeter tief.
  • Flachwasserzone: An die Sumpfwasserzone schließt die Flachwasserzone an, die Tiefe des Wassers sollte etwa 30 bis rund 50 Zentimeter betragen.
  • Tiefwasserzone: Ab 50 Zentimetern Wassertiefe bis etwa 1,20 Meter Tiefe schließt die Tiefwasserzone an.

Die Tiefwasserzone bietet Fischen und anderen Lebewesen im Teich ausreichend Schutz und Kühle, im Winter sorgt ihr tiefes Wasser dafür, dass das Biotop nicht komplett gefriert. Die Flachwasserzone beherbergt die unterschiedlichsten Teichpflanzen, die für das Ökosystem von entscheidender Bedeutung sind. Die Sumpfzone bietet nicht nur Pflanzen eine angenehm feuchte Heimat, sie dient auch Fröschen als Heimat.

Besonders einfach haben Sie es natürlich, wenn Sie einen sogenannten Fertigteich verwenden – also eine Teichschale, die Sie nur noch in den Boden setzen brauchen: Hier sind die einzelnen Zonen bereits eingelassen. Doch auch, wenn Sie den kleinen Gartenteich selbst anlegen, lassen sich die Bereiche mithilfe eines Zollstocks gut gestalten und anschließend mit Teichfolie auslegen. Die Übergänge können Sie entweder fließend gestalten oder die einzelnen Zonen mithilfe von Steinen trennen – durchaus hilfreich, weil so nichts verrutschen kann.

Wichtiger Teil der Gartengestaltung: Welche Pflanzen für welche Wasserzone?

Weil sich jede Zone Ihres Teichs durch eine bestimmte Wassertiefe definiert, empfehlen sich für jeden Bereich ganz bestimmte Pflanzen, damit aus Ihrem Gewässer ein lebendiges, gedeihendes Biotop wird.

  • Bepflanzung der Sumpfzone: Schwanenblume, Sumpf-Vergissmeinnicht, Tannenwedel, Kalmus, Pfeilkraut.
  • Pflanzen für die Flachwasserzone: Rohrkolben, Froschlöffel, Teichsimse, Pfeilkraut, Igelkolben.
  • Passende Gewächse für die Tiefwasserzone: Teichrosen beziehungsweise Seerosen, Wassernuss, Schwimmfarn, Laichkraut, Wasserfeder.

Teichpflege: So gedeiht Ihr Biotop

Unerlässlich für Ihren selbst angelegten Gartenteich: eine regelmäßige Pflege. Das Teichwasser sollte wenigstens einmal jährlich ausgewechselt werden, stark wuchernde Pflanzen sollten Sie stutzen. Viele Gartenbesitzer ärgern sich außerdem über starken Algenwachstum im Teich, der sich häufig durch grünes Geblubber bemerkbar macht. Eine klare Einteilung in die unterschiedlichen Zonen, wenn Sie Ihren kleinen Gartenteich anlegen, kann dies von vorneherein abmildern. Zusätzlich kann eine strategische Bepflanzung helfen, denn auch Schwimmpflanzen wie Wasserlinsen können das Wachstum in Zaum halten. Noch dazu sollte kein Laub in den Teich fallen können. Fadenalgen sollten Sie zudem regelmäßig entfernen, zum Beispiel mithilfe einer Schaufel oder eines praktischen Keschers.