Mischkultur und Pflanzenschutz

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Die Mischkultur stützt sich auf Erfahrungen, die von früheren Gärtnergenerationen gemacht worden sind. Hierbei werden in der richtigen Kombination mehrere unterschiedliche Pflanzensorten ( Blumen, Kräuter und Gemüse ), nebeneinander in ein Beet gepflanzt, die sich dadurch gegenseitig schützen, fördern, bestäuben oder im Aroma unterstützen. Mischkultur und Fruchtfolge helfen uns im Garten gegen Schädlinge und Bodenmüdigkeit. Dicht bewachsene blühende Beete sehen nicht nur schön aus, sondern tragen auch wesentlich zu einem gesunden, schädlingsarmen Garten bei. Nützliche Tierarten, insbesondere Insekten, finden dort ein ausreichendes Nahrungsangebot und schützenden Unterschlupf. Auf Beeten mit Monokultur können Insekten großen Schaden anrichten. Sie treten dort in Massen auf, wo sie genügend Nahrung finden, denn die meisten Schädlinge bevorzugen bestimmte Pflanzen. Wird das Gemüse aber in Mischkultur angebaut, können sich die Tiere nicht übermäßig ausbreiten, weil ihnen zu wenig von der von ihnen bevorzugten Nahrung zur Verfügung steht. 

 

Die Bauerngärten mit ihrer großen Pflanzenvielfalt brauchen nicht mehr Arbeitsaufwand als ein Gemüsebeet mit viel Freifläche. Durch die Selbstaussamung vieler typischer Bauerngartenpflanzen, wie z.B. Ringelblume, Akelei, Frauenmantel und Jakobsleiter, sind  Freiflächen weitgehend abgedeckt. Das wirkt sich meist positiv, im Sinne der Mischkultur aus. Die schmucken Pflanzen unterdrücken das Wachstum der ungeliebten Wildkräuter und ersparen dem Gärtner die ständige Bodenpflege.

Auch Pflanzenjauchen können Schädlinge vertreiben. Für Pflanzenjauche braucht man ein Gefäß aus Holz, Steingut oder Kunststoff ( kein Metall ). Verwendet werden zerkleinerte, frisch oder getrocknete Pflanzenteile. Man legt die Kräuter in den Eimer, übergießt das Ganze mit der entsprechenden Menge Wasser, Deckel drauf und etwa 1 - 2 Wochen gären lassen. Täglich umrühren ! Wenn es zu sehr riecht, kann man eine Handvoll ( auf einen Liter Jauche ) Steinmehl untergeben. Pflanzenjauche kommt auf dem vorher angefeuchteten Boden. Morgens oder abends, am besten bei bedecktem Himmel, vorsichtig an die Pflanzen gießen.

 

Tee: Pflanzenteile mit kochendem Wasser übergießen, 30 - 60 Minuten ziehen lassen und dann absieben. Bei einer Pflanzen-Brühe: Die Pflanzenteile 24 Stunden in Regenwasser einweichen, dann 30 Minuten köcheln und dann absieben. Die abgekühlte Brühe kann dann über die Pflanzen gegossen oder gespritzt werden.

 

 

 Tabelle für Pflanzenjauchen 

Ackerschachtelhalm - Brühe oder Tee

1 Kilo frische oder getrocknete Pflanzen pro 10 Liter Wasser ; 5 - fach verdünnen, wöchentlich. Zur Stärkung der Pflanzen, bei Pilzbefall an Kernobst und Rosen ( z.B. Rost, Schorf oder Mehltau, bei Kräuselkrankheit u.s.w.)

Brennessel -oder Beinwelljauche

1 Kilo frische Pflanzen pro 10 Liter Wasser ; 10 - fach verdünnen. Zur Insektenabwehr und zur Kräftigung der Pflanzen

Farnkraut- Jauche oder Brühe

5 Kilo frisches oder 1 Kilo getrocknetes Kraut pro 10 Liter Wasser ;
für Brühe 10 - fach verdünnen. Hilft gegen Läuse und Schnecken, bei Kalimangel und als Kompostbeigabe

Löwenzahn - Jauche oder Brühe

1,5 - 2 Kilo frische Pflanzen pro 10 Liter Wasser. Zur Wachstumsanregung und als Kompostbeigabe

Knoblauch Tee

40 g frische Zehen pro 5 Liter Wasser ; alle 10 Tage unverdünnt gegen Pilzkrankheiten und Milben

Wermut - Brühe oder Tee

1 Kilo frisches Kraut pro 10 Liter Wasser ; für Tee 2 - fach verdünnt.
Hilft gegen Blattläuse

 

 

 

Fruchtfolge  
 

Auch die Regeln der Fruchtfolge basieren auf jahrzehntelanger Erfahrung. Eine abwechslungsreiche Fruchtfolge ist Voraussetzung für einen gesunden Boden. Fruchtfolge bedeutet, die Gemüsepflanzen nach ihren Nährstoffansprüchen und der Verträglichkeit untereinander im jährlichen Wechsel anzubauen. In Bezug auf die Nährstoffansprüche unterscheidet man zwischen:


Starkzehrer
     Kohlkopf, Rosenkohl, Kartoffeln, Blumenkohl, Gurken, Sellerie, Kürbis, Zuckermais,  Tomaten, Lauch

Mittelzehrer
Salat, Spinat, Rote Beete, Mangold, Zwiebeln,  Möhren, Rettich, Knoblauch, Fenchel, Spinat und Paprika

 Schwachzehrer
Erbsen, Radieschen, Kresse, Bohnen, Feldsalat, Winterportulak

 

Für Anfänger ist es oft schwer, aus den Tabellen die richtigen Nachbarn zusammenzustellen. Ein Buch über die Mischkultur ist daher zu empfehlen. Ein Gartenplan hilft dann bei der Vorbereitung. Gerade bei einer Anlage in Mischkultur ist so ein Gartenplan eine wertvolle Gedächtnisstütze. Dazu bietet der Winter genügend Zeit. Eine Aufteilung in 4 Beete wird am häufigsten genutzt. Im Vorjahr/Herbst kann der Boden bereits mit einer Kompostgabe oder einer Gründüngung vorbereitet werden.


Beet 1:  Starkzehrer: Kohl, Sellerie, Gurken, Kartoffeln u.s.w. 

Beet 2:  Mittelzehrer: alle Salate, Spinat, Rote Bete, Möhren, Zwiebeln, Erdbeeren und  Knoblauch ( wobei Erdbeeren auch zwei Jahre an ihrem Platz bleiben können.) 

Beet 3:  Schwachzehrer: Dieses Beet bekommt keinerlei Düngung  ( Erbsen und Bohnen, Feldsalat und Kräuter ) 

Beet 4:  Gründüngung

 

Im darauffolgenden Jahr wandern die Beete weiter. Auf das Gründüngungsbeet werden die Starkzehrer gesetzt, die damit eine ideale Nährstoffgrundlage haben. Den Mittelzehrern reichen die Düngerreste auf dem Starkzehrerbeet, sie brauchen also nicht gedüngt zu werden, die Schwachzehrer wachsen gut auf dem ehemaligen Beet der Mittelzehrer. Das enthält jetzt kaum noch Nährstoffe, aber das ist immer
 noch für die Schwachzehrer ausreichend. 

 

 

            Kleine Tabelle für den Pflanzenschutz 

Ameisen

Lavendel, Kerbel oder Majoran neben Rosen setzten

Blattfleckenkrankheit
an Erdbeeren

Knoblauch zwischen die Erdbeeren stecken

Blattläuse

Mischkultur aus Bohnen und Bohnenkraut, 
Mageriten, Rosen und Lavendel, Brokkolie und Gartenkresse

Blutläuse

Kapuzinerkresse unter Obstbäume

Erbsenwickler

Mischkultur aus Tomaten, Möhren, Erbsen und Ringelblumen

Erdflöhe

Zwischen Kohlsorten werden Wermut, Pfefferminze und Kopfsalat gepflanzt

Fliegen

Basilikum und Rainfarn pflanzen , Tomatensträucher in Kübeln, auf der Terrasse vertreiben Fliegen

Grauschimmelfäule

Knoblauch zwischen die gefährdeten Pflanzen ( Erdbeeren, Trauben, Himbeeren, Zwiebeln, Salat und Gurke ) stecken

Gummifluß

Fingerhut unter Kirschbäume pflanzen

Johannisbeerrost

Wermut neben die Sträucher pflanzen

Kartoffelkäfer

An die Ränder der Kartoffelbeete Meerrettich, Kümmel und Taubnessel pflanzen

Kleine Kohlfliege

Mischkultur mit Tomaten

Kohlhernie

Mischkultur mit Lauch und Zwiebeln

Kohlweißling

Mischkultur mit Tomaten, Sellerie, Lauch, Rosmarin, Salbei, Dill, Pfefferminze und Thymian

Kräuselkrankheit

Knoblauch und Kapuzinerkresse  unter Obstbäume pflanzen

Lauchmotte

Mischkultur mit Möhren, Sellerie, Petersilie, Kamille und Dill

Mäuse, Wühlmäuse

Mischkultur mit Knoblauch, Kaiserkrone, Steinklee, 
Hundszunge und Wolfsmilchgewächse

Echter Mehltau

Mischkultur mit Knoblauch, Schnittlauch und Zwiebeln - auch neben Obstbäume, Sträucher und Stauden

Möhrenfliege

Mischkultur mit Lauch, Zwiebeln und Knoblauch

Nematoden

Zwischen das Gemüse Tagetes und Ringelblumen pflanzen

Pflaumengespinstmotte

Weißdorn unter den Baum setzten

Rosenrost

Knoblauch neben Rosen stecken

Schnecken

Rund um die Beete Senf, Gartenkresse, Kerbel, Meerrettich, Kapuzinerkresse und Knoblauch pflanzen.

Zwiebelfliege

Mischkultur mit Möhren

 

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