Gartenzeit ist Schädlingszeit. Klingt bekannt, oder? Der Frühling kommt, mit ihm gedeihen die Pflanzen, fangen zu blühen an und dann das: Attacke der Schädlinge. Viel zu schnell befallen Ungeziefer die liebevoll angebauten und hochgezogenen Pflanzen und man steht schon fast hilflos daneben. Das kann zu einer richtigen Plage werden.

In heimischen Gärten wimmelt es nur so von kleinen, Nerven raubenden Schädlingen. Am bekanntesten sind die Nacktschnecken, Wurzel- und Blattläuse sowie Pilze, Käfer, Milben und deren Larven und Raupen. Ameisen sind hingegen eher Nützlinge als Schädlinge. Hier erfahren Sie, wie man lästigen Schädlingen in fünf Schritten den Garaus macht.

Schritt 1: Welche Schädlinge befallen welche Pflanzen? 

Schnecken befallen vor allem Nutzpflanzen wie Gemüse oder Obst, vor allem Salat, Erdbeeren oder Stauden. Blattläuse fallen die Blätter der Pflanzen und Wurzelläuse die Wurzeln der Pflanzen an. Die von Salat, Petersilie oder Karotten, zum Beispiel, sind besonders schmackhaft. Aber auch Rosen und andere Blumen stehen hoch im Kurs. Blattläuse entziehen der Pflanze wichtige Nährstoffe, da sie sich von Pflanzensaft ernähren.

Nacktschnecken sind die Nummer 1-Schädlinge im Garten.

Schädlinge im Garten? Da gehören Nacktschnecken zweifellos dazu (c)istockphoto.com/SilviaJansen

Schritt 2: Schädlinge im Garten identifizieren 

Nacktschnecken sind nicht zu übersehen in der Gartenlandschaft. So manch einer ist sicherlich auch schon unglücklicherweise in eine getreten – sie bewegen sich gerne im Radius eines Gartens oder Beetes. Auch Blattläuse sind meist leicht zu identifizieren. Man kann sie schon mit bloßem Auge erkennen. Außerdem sehen die Blätter der befallenen Pflanze im Gegensatz zu einer gesunden Pflanze mitgenommen aus. Am schwierigsten ist es bei den Wurzelläusen. Da sie sich logischerweise unter der Erde ausbreiten, ist es zunächst schwierig, zu erkennen, ob eine Pflanze betroffen ist.

Schritt 3: Pflanzen vor Schädlingen schützen 

Vorbereitung ist alles 

Vorbeugen ist das Geheimnis: Wer sich gleich beim Bepflanzen mit eventuellem Schädlingsbefall auseinandersetzt, hat später bestimmt weniger Ärger mit den ungebetenen Gästen. Daher gleich zu Beginn natürliche Barrieren schaffen: Dafür legen Sie Netze oder Vlies über die Gemüse- oder Blumenbeete, legen Hochbeete an – die erschweren kriechenden Schädlingen die Arbeit – oder stellen Gelbtafeln gegen fliegende Schädlinge auf. Andere Möglichkeiten sind Schneckenzäune aus Kunststoff oder ein Kupferband – gibt es beides im Baumarkt oder Gartencenter. Das Kupferband sollte mindestens fünf Zentimeter breit sein und wird an Töpfen, Hochbeeten etc. befestigt. Da die Sohle der Nacktschnecken leicht säuerlich ist, reagiert sie mit dem Kupfer und der Weg zu Pflanze wird sehr mühsam.

Schädlinge mit Pflanzen bekämpfen 

Um die angegriffenen Pflanzen  zu schützen und weiteren Befall zu verhindern, können Sie verschiedene Kräuter zwischen die angegriffenen Pflanzen setzen, Lavendel zum Beispiel zwischen Rosen. Umgeben Sie Nutzpflanzen wie Salat mit stark riechenden, aromatischen Gartenkräutern wie Rosmarin oder Thymian – diesen Geruch mögen Schnecken nicht. Und um Pflanzen, die wie Lavendel, Salbei und Zwiebeln ätherische Öle enthalten, machen Läuse einen großen Bogen. Setzen Sie auch von Wurzelläusen ungeliebte Pflanzen ins Beet. Sie mögen beispielsweise den Geruch von Tomaten, Zwiebeln, Pfefferminz und Porree nicht. Lesen Sie hier mehr zum Thema Kräuterspirale anlegen.

Natürliche Feinde der Schädlinge aufspüren 

Andere Maßnahmen: Sehen Sie sich nach Nützlingen um. Jeder Schädling hat natürliche Feinde (in Form von Insekten zum Beispiel). Bei Schnecken wären das zum Beispiel Kröten, Blindschleichen oder Igel und auch Marienkäfer leisten Abhilfe, denn sie ernähren sich von Blattläusen. Achten Sie darauf, dass Sie eine sorgfältige Auswahl treffen und informieren Sie sich im Vorfeld beispielsweise im Gartencenter.

Blattläuse stehen auf der Schädlinge-Liste ganz weit oben.

Der Marienkäfer macht Schädlingen wie Blattläusen das Leben schwer (c)istockphoto.com/N-sky

Schritt 4: Aktive Schädlingsbekämpfung im Garten 

Doch wie wird man das Ungeziefer schnellstmöglich wieder los? Dafür gibt es einige Mittelchen, die ganz ohne chemische Keule funktionieren:

  • Die günstigste und einfachste Variante? Die Tiere (in diesem Fall Nacktschnecken) einsammeln und an einem anderen Ort wieder aussetzen – zum Beispiel auf dem Kompost.
  • Bierfalle: Ein Schälchen oder Becher mit Bier füllen und eingraben. Der Geruch lockt die Schnecken an und sie fallen in das Gefäß. Contra: Das Bier zieht leider auch Schnecken an, die nicht unmittelbar an der Pflanze knabbern. So läuft die Idee Gefahr, viel mehr Nacktschnecken anzulocken, als abzuwimmeln. Lieber genau abwägen, ob eine andere Variante nicht besser ist.
  • Ein anderes Mittel? Kaffeesatz! Den benutzten Kaffeesatz großzügig um die Pflanzen streuen. Der Geruch gefällt Schnecken nicht besonders und die bröselige, leicht raue Konsistenz mögen sie nicht, da sie sich nur mühsam darauf fortbewegen können.
  • Auch eine Art der Bekämpfung, nur etwas teurer als die zuvor genannten Varianten: Laufenten vertreiben Schnecken auch – sie fressen sie nämlich. Diese muss man aber nicht gleich kaufen, sondern kann sie auch stundenweise/tageweise mieten. Diese Form der Bekämpfung hat allerdings viele Kritiker, die sich um das Wohl der Enten sorgen. Deswegen: Genau recherchieren.

    Laufenten fressen Schädlinge wie Nacktschnecken und tun Hobbygärtnern damit einen riesigen Gefallen.

    Für Laufenten sind Schädlinge wie Nacktschnecken ein Leckerbissen (c)istockphoto.com/sestovic

  • Blattläuse lassen sich mit Wasser abspritzen. Aber Vorsicht: Stellen Sie den Strahl nicht zu hart ein, nicht dass die Blätter der Nutzpflanze kaputt gehen. Ein Hausmittelchen ist Waschnusssud. Besprühen Sie die Pflanze eine Weile mit dem Sud.
  • Bei Wurzelläusen beugen Sie einen Befall durch regelmäßiges Gießen vor – das mögen sie nämlich überhaupt nicht. Am besten hilft eine Brennnessel- oder Rainfarnbrühe.

Chemische Mittel? Lieber ohne! 

Der weit verbreitete Tipp, einfach eine Mischung aus Wasser und Spülmittel oder Spiritus auf die Pflanzen zu sprühen, ist wenig empfehlenswert, da auf diese Weise chemische Stoffe in die Umwelt gelangen. Ebenfalls kritisch: Schneckenkorn. Das am besten auch vermeiden. Stellen Sie sich die Frage, ob Sie das Angepflanzte essen möchten. Setzen Sie dann auch lieber auf ökologische Alternativen zu Pestiziden und chemischen Mitteln und nutzen stattdessen beispielsweise Brennnesseljauche, Niemöl, Basilikumtee oder einen anderen Sud.

Sie sind sich unsicher, welches Mittel Sie anwenden sollen? Dann lieber ein Foto machen und sich an den örtlichen Gartenfachhandel, einen Schädlingsbekämpfer oder den Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer des jeweiligen Bundeslands wenden.

Schritt 5: Happy End und ein Garten ohne Schädlinge 

Herrlich – ein Garten ohne Nacktschnecken, Läuse und Co. Denn dank der Tipps läuft es nächstes Jahr bestimmt anders ab im Garten. Gut gerüstet können Sie sich so auf die nächste Saison freuen. Noch mehr Tipps und Kniffe gibt es im Artikel Nutzgarten anlegen leicht gemacht.